
Fakten
Am 19. März 2026 ist in den deutschen Kinos der Film *Der Astronaut – Project Hail Mary* angelaufen. Regie führen Phil Lord und Chris Miller, die Hauptrolle spielt Ryan Gosling, in einer tragenden Nebenrolle ist Sandra Hüller zu sehen. Der Film basiert auf dem 2021 erschienenen gleichnamigen Roman des US-Autors Andy Weir - also jenes Autors, dessen Werk *Der Marsianer* (2011) zuvor von Ridley Scott verfilmt wurde. Die Handlung des neuen Films spielt nicht auf dem Mars, sondern im zwölf Lichtjahre entfernten Sonnensystem Tau Ceti, wohin ein einzelner Astronaut entsandt wird, um die Ursache einer Sonnenverdunkelung zu untersuchen. Die Kritiken fallen überwiegend positiv auf - Rotten Tomatoes verzeichnet 95 Prozent Zustimmung, der Metacritic-Score liegt bei 77 von 100. Die Regisseure haben in begleitenden Interviews zudem Offenheit für die Verfilmung weiterer Werke Weirs signalisiert, darunter *Artemis*, dessen Handlung auf dem Mond spielt.
Kommentar der Botschaft:
Die Botschaft hat mit erheblicher Aufmerksamkeit zur Kenntnis genommen, dass der Schriftsteller Andy Weir, dessen Werk *Der Marsianer* den diplomatischen Beziehungen zwischen Mars und Erde in den zurückliegenden Jahrzehnten eine nicht unerhebliche Öffentlichkeit beschert hat, sich in seinem neuen Stoff einem vollkommen anderen Sonnensystem zugewandt hat.
Wir möchten ausdrücklich festhalten, dass die Botschaft dem Autor sein Recht auf freie literarische Themenwahl in keiner Weise bestreitet. Die literarische Selbstbestimmung zählt zu den anerkannten Grundrechten des erdlichen Schriftstellerwesens, und es liegt dem Mars fern, Bestrebungen zu unterstützen, die dieses Recht in irgendeiner Form einschränken könnten.
Dennoch erlauben wir uns die Anmerkung, dass die Wahl des Systems Tau Ceti — einer rund zwölf Lichtjahre entfernten Formation, die unseres Wissens über keinerlei diplomatische Vertretung auf der Erde verfügt — für die bilaterale Beziehungspflege zwischen Mars und Erde eine spürbare Leerstelle erzeugt. Ein einzelner Astronaut, der allein ins Tau-Ceti-System entsandt wird, ist ohne Zweifel ein ergreifender Stoff; ein einzelner Astronaut hingegen, der im Jezero-Krater einen Verwaltungsvorgang durchläuft, wäre aus hiesiger Sicht nicht weniger kinotauglich gewesen und hätte überdies den Vorteil einer deutlich günstigeren Anreisezeit geboten.
Mit besonderer Zurückhaltung nimmt die Botschaft zur Kenntnis, dass Regie und Produktion bereits Offenheit für die Adaption weiterer Werke des Autors signalisiert haben, darunter ein Roman, dessen Handlung auf dem Mond angesiedelt ist. Auch dies umgeht den Mars erneut, und zwar in geringerer Entfernung. Die Bewertung dieses Umstands überlassen wir dem höflichen Schweigen.
Der Botschaft bleibt die Hoffnung, dass der Autor in einer späteren Schaffensphase den Weg zurück in die vertrauten orbitalen Bahnen findet. Wir bleiben dem Schriftsteller in dankbarer Verbundenheit zugewandt und wünschen dem aktuellen Film ein aufmerksames Publikum — in der Erwartung, dass die marsianische Rezeption eines vorangegangenen Werkes nicht in Vergessenheit gerät.
Die Botschaft dankt für die Kenntnisnahme und begleitet die weitere Rezeption mit wohlwollendem Interesse.